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Assistenzhund für Nadine

November 2020

 

Mein Name ist Nadine und mein Leben wird dominiert von einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Diese zeichnet sich durch Panikattacken, Schlafstörungen, schwerer Depression und suizidalen Gedanken aus.
Alltägliche Dinge wie in die Stadt zum Einkaufen gehen oder ÖV zu fahren sind eine Herausforderung, welche ich heute nur schwer bewältigen kann. Abende allein zuhause sind für mich sehr anspruchsvoll, wenn nicht sogar beinahe unmöglich. Auch nur allein in einem Zimmer zu sein kann zu Angstattacken führen.
Aktuell bin ich nach einem stationären Aufenthalt in der Psychiatrie und langer Psychotherapie wieder Zuhause und versuche meine Traumas mit Hilfe meiner Psychiaterin und Medikamenten aufzuarbeiten und zu überwinden.

Die Ursachen für meinen aktuellen Zustand liegen nachweislich in der Kindheit. Bereits im Alter von 4 Monaten wurde ich tageweise in eine Pflegefamilie abgeschoben. Die Beziehung zu meiner Mutter war von Beginn an durch körperliche und psychische Misshandlung geprägt. Viele der Erlebnisse passierten im Alltag und wurden von mir ins Unterbewusstsein verdrängt. Andere Erlebnisse waren zu offensichtlich (Würgemale, gebrochener Arm, Delle in Wirbelsäule, etc.) um nicht aufzufallen, wurden jedoch von meiner Mutter auf den Vater oder meine Ungeschicklichkeit geschoben.

Mein Vater war arbeitsbedingt selten zuhause und bekam daher von der Situation wenig mit und als Kleinkind wurde mir wenig Glauben geschenkt. Mit 17 Jahren bekam ich jedoch von meinem Vater die Möglichkeit, gemeinsam mit ihm auszuziehen.

Seit Anfang des Jahres wohne ich nun mit meinem Partner und meinen Tieren zusammen. Gemeinsam versuchen wir, den Alltag mit meiner psychischen Erkrankung zu meistern. Da dies nicht einfach ist, hat meine behandelnde Ärztin gemeinsam mit mir, meinem Partner und meinem Vater beschlossen, dass mir ein Assistenzhund als Unterstützung die richte Hilfe bietet.

 

Februar 2021

Es konnte ein geeigneter Hund für mich gefunden werden. Dabei handelt es sich um einen Grosspudel Namens Sullivan.

Seit Januar 2021 sind wir im Training. Leider ist die Ausbildung eines solchen Assistenzhundes finanziell eine hohe Belastung, welche meine Familie und ich allein nicht bewältigen können.

Ich hoffe daher, auf diesem Weg die für mich so wichtige Unterstützung zu erhalten und bedanke mich jetzt schon für jeden noch so kleinen, aber wichtigen Beitrag. Die Spenden an den Verein werden direkt an der Ausbildung angerechnet.

 

Herzlichen Dank, dass Sie mich auf meinem Weg und Traum zum Assistenzhund begleiten!

April 2021

Schon seit frühster Kindheit hatte ich eine bessere Bindung zu Tieren als zu Menschen und ich lernte früh wie ehrlich und rein die Liebe eines Tieres ist

Bereits seit Jahren wünschte ich mir einen Assistenzhund, welcher mich bei meinen Krankheiten unterstützen kann. Kurz vor Weihnachten 2020 wurde dieser Traum endlich wahr und der Königspudelwelpe Sullivan durfte bei uns einziehen.

Seit Januar 2021 absolvieren wir nun gemeinsam mit unserer Trainerin die Assistenzhundeschule. Auch, wenn es immer wieder Rückschritte gibt und wir noch einen weiten Weg vor uns haben, hilft mir der Kleine bereits jetzt enorm. Durch seine Nähe fühle ich mich sicherer und nicht mehr so allein und auch an Tagen, an denen mir das Verlassen des Hauses schwerfällt "zwingt" er mich nach draussen. um seine natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Auch wenn es Momente gibt in denen mir sein Temperament oder seine Überdrehtheit zu viel wird, merke ich immer wieder, wie gut er mir tut. Ich muss meinen Tag strukturieren und mich um ihn kümmern und kann nicht den ganzen Tag auf dem Boden liegen und die Wand anstarren, was für mich zwar schwer ist, doch durch seine Hilfe nun endlich gelingt.

Ich freue mich jeden Tag aufs Neue auf seine Zuneigung und Liebe und auch unser gemeinsamer Ausbildungsweg ist eine enorme Bereicherung für meinen Alltag und bindet uns täglich mehr aneinander.

Bei einer Spende schreiben Sie bitte bei Mitteilung: "Nadine"